Der kardiogene Schock ist ein Zustand unzureichender Organperfusion, dem ein primäres Pumpversagen des Herzens zugrunde liegt. Hämodynamisch ist er durch die Kombination aus niedrigem Herzindex (CI < 2.2 L/min/m² ohne Kreislaufunterstützung), erhöhten linksventrikulären Füllungsdrücken (PCWP > 18 mmHg) und kompensatorisch gesteigertem systemischem Gefäßwiderstand gekennzeichnet. Diese Kombination aus "vorwärts zu wenig, rückwärts zu viel" unterscheidet ihn von allen anderen Schockformen. Die gemischtvenöse Sättigung fällt, weil das Gewebe bei niedrigem Angebot mehr Sauerstoff ausschöpfen muss.
| Parameter | Richtung | Typisch | Normbereich |
|---|---|---|---|
| CI | ↓ | < 2.2 L/min/m² | 2.5-4.0 |
| SVR | ↑ | > 1400 dyn·s·cm⁻⁵ | 800-1200 |
| PCWP | ↑ | > 18 mmHg | 6-15 |
| ZVD | ↑ | normal bis erhöht | 2-6 |
| SvO2 | ↓ | < 60 % | 65-75 |
| Abzugrenzen von | Unterscheidendes Merkmal | Erläuterung |
|---|---|---|
| Hypovolämer Schock | PCWP | Der PCWP trennt beide: beim kardiogenen Schock erhöht (> 18 mmHg), beim hypovolämen erniedrigt (< 8 mmHg). Das Herzzeitvolumen ist in beiden Fällen niedrig und der Gefäßwiderstand in beiden Fällen hoch. |
| Obstruktiver Schock | ZVD | Ein deutlich erhöhter ZVD mit Angleichung der diastolischen Drücke spricht für eine obstruktive Ursache wie eine Tamponade; bei der Lungenembolie ist der PCWP normal oder niedrig bei hohen PA-Drücken. |
| Septischer Schock | SVR | Der systemische Gefäßwiderstand trennt beide: beim kardiogenen Schock kompensatorisch erhöht, beim septischen Schock erniedrigt (< 800 dyn·s·cm⁻⁵). |
Klinisch imponieren Hypotonie, kühle und marmorierte Extremitäten, verlängerte Rekapillarisierungszeit und Oligurie. Die Kombination aus erhöhtem PCWP und niedrigem CI erklärt das gleichzeitige Auftreten von pulmonaler Stauung und peripherer Minderperfusion. Die kardiale Leistung (CPO = MAP × HZV / 451) ist der Parameter mit der stärksten Assoziation zur Krankenhausletalität; Werte unter 0.6 Watt markieren eine besonders gefährdete Gruppe. Ein niedriger PAPI bei gleichzeitig erhöhtem ZVD weist auf eine begleitende rechtsventrikuläre Beteiligung hin, die die Prognose zusätzlich verschlechtert.