Der hypovoläme Schock entsteht durch einen Verlust an zirkulierendem Volumen, sei es durch Blutung, Flüssigkeitsverlust oder Sequestrierung ins Interstitium. Hämodynamisch zeigt sich ein niedriger Herzindex bei erniedrigten Füllungsdrücken: der PCWP liegt unter 8 mmHg, der ZVD unter 5 mmHg. Der systemische Gefäßwiderstand steigt kompensatorisch an, um den arteriellen Mitteldruck zu halten. Das Grundmuster ist damit "leer vorwärts und leer rückwärts" — im Gegensatz zum kardiogenen Schock, bei dem die Füllungsdrücke steigen.
| Parameter | Richtung | Typisch | Normbereich |
|---|---|---|---|
| CI | ↓ | < 2.2 L/min/m² | 2.5-4.0 |
| SVR | ↑ | > 1400 dyn·s·cm⁻⁵ | 800-1200 |
| PCWP | ↓ | < 8 mmHg | 6-15 |
| ZVD | ↓ | < 5 mmHg | 2-6 |
| SvO2 | ↓ | < 60 % | 65-75 |
| Abzugrenzen von | Unterscheidendes Merkmal | Erläuterung |
|---|---|---|
| Kardiogener Schock | PCWP | Der PCWP trennt beide: beim hypovolämen Schock erniedrigt (< 8 mmHg), beim kardiogenen erhöht (> 18 mmHg). Herzindex und Gefäßwiderstand verhalten sich in beiden Fällen gleich. |
| Obstruktiver Schock | ZVD | Der ZVD ist beim hypovolämen Schock niedrig, beim obstruktiven Schock hoch. Beide zeigen ein niedriges Herzzeitvolumen bei hohem Gefäßwiderstand. |
Die Extremitäten sind kühl, die Rekapillarisierungszeit verlängert, die Halsvenen kollabiert. Charakteristisch ist die ausgeprägte Atemvariabilität der Druckkurven, da der leere Kreislauf besonders empfindlich auf intrathorakale Druckschwankungen reagiert. Der niedrige ZVD unterscheidet das Bild vom obstruktiven Schock, bei dem der ZVD hoch ist. Da Herzindex und Gefäßwiderstand sich wie beim kardiogenen Schock verhalten, ist die Messung eines Füllungsdrucks für die Zuordnung unverzichtbar — ohne PCWP oder ZVD bleibt die Unterscheidung hämodynamisch offen.