Die postkapilläre pulmonale Hypertonie entsteht durch eine Druckerhöhung im linken Herzen, die sich rückwärts in den Lungenkreislauf fortsetzt. Nach ESC/ERS 2022 liegt sie vor bei einem mittleren Pulmonalarteriendruck über 20 mmHg zusammen mit einem pulmonalarteriellen Verschlussdruck über 15 mmHg. Der pulmonale Gefäßwiderstand teilt diese Gruppe weiter auf: bei höchstens 2 Wood-Einheiten spricht man von einer isolierten postkapillären pulmonalen Hypertonie, bei über 2 Wood-Einheiten von einer kombinierten prä- und postkapillären Form. Diese Unterscheidung ist klinisch bedeutsam, weil die kombinierte Form eine eigenständige Erkrankung des Lungengefäßbetts zusätzlich zur Linksherzerkrankung anzeigt.
| Parameter | Richtung | Typisch | Normbereich |
|---|---|---|---|
| mPAP | ↑ | > 20 mmHg | < 20 |
| PCWP | ↑ | > 15 mmHg | 6-15 |
| PVR | → | ≤ 2 WU isoliert, > 2 WU kombiniert | < 160 (< 2 WU) |
| ZVD | → | normal bis erhöht | 2-6 |
| CI | → | normal bis erniedrigt | 2.5-4.0 |
| Abzugrenzen von | Unterscheidendes Merkmal | Erläuterung |
|---|---|---|
| Präkapilläre pulmonale Hypertonie | PCWP | Der PCWP trennt beide Formen: über 15 mmHg postkapillär, bis 15 mmHg präkapillär. Ein erhöhter PCWP verweist auf das linke Herz als Ursache. |
| Kardiogener Schock | CI | Beide zeigen einen erhöhten PCWP. Beim kardiogenen Schock ist der Herzindex jedoch unter 2.2 L/min/m² gefallen und es besteht eine manifeste Organminderperfusion. |
Das Beschwerdebild wird von der zugrunde liegenden Linksherzerkrankung geprägt: Belastungsdyspnoe, Orthopnoe und Zeichen der pulmonalen Stauung. Hämodynamisch ist der erhöhte PCWP der Ausgangspunkt, der mittlere Pulmonalarteriendruck folgt ihm passiv. Entscheidend für die Einordnung ist der pulmonale Gefäßwiderstand: Bleibt er bei höchstens 2 Wood-Einheiten, handelt es sich um eine isolierte postkapilläre Form, bei der die Drucksteigerung allein rückwärtsgerichtet erklärt ist. Übersteigt er 2 Wood-Einheiten, liegt eine kombinierte prä- und postkapilläre pulmonale Hypertonie vor, bei der zusätzlich eine eigenständige Gefäßerkrankung der Lunge besteht und die Prognose ungünstiger ist. Der transpulmonale Gradient allein wird für diese Einteilung nicht mehr verwendet.